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Reisewarnung für Deutschland – Die spinnen, die Amis!

Von Hubert von Brunn

Nun haben wir es also schwarz auf weiß: Seit Pegida ist es gefährlich geworden in unserem Land und bestimmte Städte sollte der brave amerikanische Tourist besser meiden – so die Empfehlung des US-Außenministeriums. Zu gefährlich! In keinem anderen Land der westlichen Welt wird der Waffenbesitz so lax gehandhabt, verfügen so viele Privatpersonen über (mindestens) eine Knarre und haben durchaus auch mal schnell den Finger am Abzug wie in den Vereinigten Staaten. Ausgerechnet dieses schießwütige Land, das in der Statistik von Tötungsdelikten weit vor Deutschland steht, warnt nun seine Bürger vor uns.

Üblicherweise werden Reisewarnungen ausgesprochen für Länder, in denen Krieg oder Bürgerkrieg herrscht, wo man als Fremder leicht zwischen die Fronten geraten, als Geisel genommen oder eben umgebracht werden kann. Das deutsche Auswärtige Amt warnt derzeit u.a. vor Reisen in den Irak, nach Syrien, Libyen, Afghanistan, Nigeria, Somalia, in den Jemen, in die Ukraine… Diese (zumeist) Teilreisewarnungen, verbunden mit bestimmten Sicherheitshinweisen in jene Länder sind sicherlich angebracht, weil es eben Kampfhandlungen gibt und niemand für die Sicherheit der Zivilisten, weder einheimische noch fremde, sorgen kann. Aus Sicht unsere amerikanischen Freunde wird Deutschland nun also in die Reihe jener Gefahrenstaaten eingereiht und die Pegida-Demonstranten sind – dieser Logik zufolge – in etwa gleich gefährlich wie die radikal-islamistischen Taliban- IS- oder Boko Haram-Kämpfer. Das ist absurd.

Subtiles Basteln am Bild des „hässlichen Deutschen“

Ausriss aus der BZ vom 28. 01. 2015

So absurd, dass man eigentlich nur darüber lachen könnte. Aber leider ist es überhaupt nicht komisch. Hier wird nämlich wieder einmal ganz subtil am Bild des „hässlichen Deutschen“ gebastelt. Die Vorlage dazu haben unsere staatstragenden Medien geliefert, die mehrheitlich nicht müde werden, Pegida in die Rechtsaußen-Ecke zu stellen und die Demonstranten pauschal als mehr oder weniger verkappte Neonazis darzustellen. Das schnappen dann die amerikanischen Journalisten begierig auf, legen noch eine Schippe drauf – und schon wird im Land der „unbegrenzten Möglichkeiten“ ein griffiges Horrorgemälde von Deutschland verbreitet. Das Wort „Nazi“ versteht selbst der letzte Hinterwäldler in Kentucky oder Montana, damit kann er etwas anfangen.

No-go-areas“ angeblich auch in Paris

Letzte Woche erst hat ein amerikanischer TV-Nachrichtensender ein wahres Husarenstück von großartigem Journalismus abgeliefert, als er über mehrere Tage hinweg verbreitete, in Paris gäbe es einige von Islamisten beherrschte „No-go-areas“, in die sich kein Franzose, geschweige denn die Polizei mehr hineinwagen würde. Sogar ein Stadtplan von Paris wurde gezeigt, in dem diese Stadtbereiche mit dicken roten Linien markiert waren. Dann haben sich zwei französische Comedians als amerikanische Reporter verkleidet, sind todesmutig mit Kamera und Mikrofon in diese „No-go-areas“ vorgedrungen und haben dort Aufnahmen gemacht – von völlig harmlosen Menschen, die in völlig friedlichen Quartieren ihren ganz normalen Tagesgeschäften nachgegangen sind. Folge: Der US-Nachrichtensender musste sich wiederum tagelang für seinen journalistischen Dünnschiss entschuldigen und die Pariser Oberbürgermeisterin hat angedroht, diesen Sender wegen Verleumdung zu verklagen. 

Es ist davon auszugehen, dass Pegida das Außenministerium der USA nicht verklagen wird. Aber vielleicht sollte unser Außenminister doch einmal ein erstes Wörtchen mit dem amerikanischen Botschafter in Berlin sprechen, besser noch mit dessen Boss John Kerry, wenn er ihm demnächst mal wieder über den Weg läuft. Wer zulässt, dass ein derartiger „Bullshit“ über Deutschland verbreitet wird, ist entweder nicht ganz richtig im Kopf – oder verfolgt damit ein ganz bestimmtes Ziel. Darüber darf weidlich spekuliert werden.

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