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In eigener Sache: Kein Anschluss unter dieser Nummer

Von Hubert von Brunn 

Wir betreiben kritischen, unangepassten Journalismus, fassen Themen an, die uns die staatstragenden Leitmedien dezent verschweigen und mit unsere Meinung bewegen wir uns in aller Regel jenseits des Mainstreams. Unserer treuen – und stetig wachsenden – Leserschaft gefällt das und wir erhalten täglich ermunternde E-Mails, unsere Arbeit unbedingt fortzusetzen. Unsere Volksvertreter indes haben wenig bis kein Interesse, durch unsere Beiträge auf unangenehme Tatsachen oder gar skandalöse Vorgänge aufmerksam gemacht zu werden. Sie sind schlicht nicht zu erreichen.

Ein- bis zweimal im Monat verschicken wir Newsletter, in denen wir auf besonders brisante Artikel hinweisen, an alle Parlamentarier, Parteizentralen, Fraktionsvorsitzenden, Ministerbüros, Bundeskanzler- und Präsidialamt. Beiträge, von denen wir meinen, dass es unseren gewählten Volksvertretern gut anstünde, sich damit auseinanderzusetzen und möglicherweise den einen oder anderen von unseren Autoren entwickelten Gedanken in ihre politische Entscheidungsfindung mit einfließen zu lassen. Wäre ja manchmal vielleicht ganz hilfreich. Die Herrschaften zu erreichen, ist allerdings nicht so einfach.

Manche Volksvertreter machen den Laden dicht

Die Mitglieder des Bundestages direkt anzumailen geht gar nicht. Da kommt sofort die Fehlermeldung „user unknown“. Diesbezüglich haben wir einen Tipp bekommen, und wissen, dass die Damen und Herren Parlamentarier nur über postmaster@bundestag.de zu erreichen sind. Dort sitzen also irgendwelche „Abfangjäger“, die entscheiden, welche Mails sie an wen weiterleiten. Wie die „postmaster“ mit unseren Newslettern verfahren, wissen wir nicht. Zu vermuten ist, dass sie in der „großen Ablage“ landen. Bei Parteizentralen, Fraktionsvorsitzenden, Bundeskanzler- und Präsidialamt gibt es technisch keine Probleme. Die Mails kommen an, ob sie gelesen werden, ist eine andere Frage.

Interessant wird es bei einigen Damen und Herren Minister, die sich hinsichtlich elektronischer Post völlig abgeschottet haben. Dazu gehören Frank Walter Steinmeier, Barbara Hendrichs, Heiko Maas und Manuela Schwesig. Sie möchten offensichtlich auf keinen Fall durch irgendwelche lästigen Mails von irgendwelchen lästigen Bürgern – und Bürger sind wir ja schließlich auch – behelligt werden. Von dort kommen unsere Newsletter regelmäßig mit dem Hinweis „user unknown“ zurück – selbst wenn man sie einzeln, nur an die jeweilige Adresse gerichtet, verschickt. Das ist doch irgendwie schon komisch, wenn einige unserer hochrangigen Volksvertreter ihren E-Mail-Zugang komplett dicht machen und damit unzweifelhaft zum Ausdruck bringen, dass sie mit denen, die sie – angeblich – vertreten, nichts zu tun haben wollen. Ein ausgeprägtes Demokratieverständnis lässt dieses Verhalten jedenfalls nicht erkennen.

Wie dem auch sei: Wir machen weiter. Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich www.anderweltonline.com im Netzt etabliert und wird von Tausenden von Usern täglich besucht. Manche brisanten Beiträge haben bis zu 30.000 Leser am Tag (!) gefunden. Das ist eine ziemlich gute Quote, und wir werden alles dafür tun, dass uns eines Tages auch die Damen und Herren Volksvertreter zur Kenntnis nehmen müssen.

Wenig Interesse für unsere Petition

Anfang März 2015 haben wir im Internet eine Petition unter dem Titel „Volle Souveränität für Deutschland: Verfassung, Friedensverträge und Abzug aller Atomwaffen“ eingestellt. Nun ist die Frist abgelaufen und wir müssen konstatieren, dass wir das angestrebte Ziel von mindestens 120.000 Unterzeichnern mit nur etwas mehr als 15.000 deutlich verfehlt haben. Wir hatten gehofft, dass viel mehr unserer Leser und Menschen in deren Umfeld dafür eintreten, dass Deutschland 70 Jahre nach Kriegsende seine volle Souveränität erhalten sollte, dass dieses vereinte deutsche Volk über eine gemeinsame Verfassung entscheidet und dass wir keine amerikanischen Atomwaffen mehr auf deutschem Boden brauchen. Mit einem starken Quorum hätten wir unsere Petition im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages einbringen und dafür sorgen können, dass die genannten Themen zumindest mal wieder Gegenstand einer Debatte im Parlament werden. Dann hätten sich auch die Leitmedien damit auseinandersetzen müssen und eine öffentliche Diskussion wäre in Gang gekommen.

Diesbezüglich waren wir wohl zu optimistisch. Offensichtlich geht es der weit überwiegenden Mehrheit der Deutschen viel zu gut, als dass sie an dem real existierenden Status Quo irgendetwas ändern möchte. Solange genügen Kohle im Portemonnaie ist, um dem Konsum frönen und Urlaub auf den Malediven machen zu können, ist es ihnen vollkommen egal, ob sie von Berlin oder letztlich doch von Washington aus regiert werden. Die Geschichte ist flatterhaft wie ein Birkenblatt im Wind. Wenn wir es versäumen, aus eine Position der Stärke heraus – die wir gerade zufälligerweise haben – das einzufordern, was uns zusteht, dann werden wir ein Vasallenstaat der USA bleiben, so lange es sie gibt. Wie das aussieht, wenn Deutschland schwach ist, wissen Zeitzeugen aus der Nachkriegszeit durchaus noch zu berichten. Dass wir uns da oben, wo wir jetzt sind, auf Dauer nicht halten werden, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber dann haben wir erst recht wieder genau das zu tun, was unsere amerikanischen Freunde uns diktieren. Schöne Aussichten!

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