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Genialer Gedanke: Soli für Griechenland!

Eine Glosse von Wilfried Schuler

Als wäre das Possentheater um Griechenland an sich nicht schon kurios genug, da kommt dann auch noch ein ganz Schlauer daher und fordert zur Refinanzierung der deutschen Verluste einen Soli für Griechenland. Um die rd. 22 Mrd. Euro, die Deutschland mit dem 3. Hilfspaket für Hellas verlieren wird, wieder reinzuholen, will der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, den Soli für den deutschen Steuerzahler von 5,5 auf 8 Prozent erhöhen – für drei Jahre. Eine herausragende gedankliche Leistung, die zu einer Glosse herausfordert.

Man hat es ja schon lange geahnt, doch jetzt ist die erste Figur vorgeschickt worden, um einen Versuchsballon zu diesem Thema qua Gastkommentar in der FAZ zu starten. Ein erster zaghafter Test, wie gesagt. Andere werden nachlegen. Rechnen und Denken gehört allerdings nicht zu den Stärken des Herrn Präsidenten. Laufzeit 3 Jahre? Lächerlich! Nimmt man den Soli als Richtschnur, kann man ruhig eine Null anhängen. Denkt man an die von Kaiser Willem eingeführte Sektsteuer, geht es um fünf Generationen – vorsichtig geschätzt.

Die Sache mit der „marktkonformen Demokratie“

Was dieser Kasper nicht wagt zu erwähnen, ist die Ukraine. Die muss auch noch gerettet werden. Setzt man deren Probleme in Relation zu Griechenland, kann man den Soli getrost verdoppeln – bis 2100 zunächst einmal. Bekanntlich ist es „Mutti“ gelungen die Forderungen der Banken gegen Griechenland, beim Steuerzahler abzuladen. Momentan stehen IWF-Kredite in Griechenland im Feuer. Das würde bedeuten, dass die USA Geld verlieren könnten. Ein Unding. Man darf gespannt sein, mit welcher unendlichen Geschichte diese Belastung dem Steuerzahler, alternativlos, schmackhaft gemacht wird.

Erinnert sich noch jemand an den Spruch mit der „marktkonformen Demokratie“? Einfaltspinsel hielten diese Ankündigung damals für einen Versprecher. Aber das war es nicht. Die marktkonforme Demokratie wird gerade in Griechenland eingeführt. Sie, lieber Leser, sind Zeuge.

Zu viele Nullen im Spiel

Der IWF hat festgestellt, dass Griechenland seine Schuldenlast nicht tragen kann. Na sowas! Leute die denken und rechnen können, wissen das seit Jahren. Und nun kommt der amerikanische Finanzminister nach Europa und stellt uns seine Expertise und seinen Sachverstand zur Verfügung. Wie gütig. Ob er Schäuble über die Rolle der Nullen in der Mathematik belehren wird? Mit den Nullen ist das nämlich so eine Sache.

In der ersten Rechenstufe ist es noch überschaubar. Ob man eine Null addiert oder subtrahiert ist unwesentlich, das Ergebnis ist das gleiche. Das hat man gesehen als Herr zu Guttenberg subtrahiert wurde. Es hat sich nichts geändert. Und auch die sehr voluminöse Null Gabriel hat durch ihre Addition die unbestechliche Waage der Gleichung nicht aus der Balance gebracht.

Von Logarithmen und Winkelfunktionen

Die zweite Rechenstufe hat allerdings Ihre Tücken. Als man die damaligen Fortschritte der Energiepolitik mit der Null Altmaier multipliziert hatte, waren sie verschwunden. Die Probleme der Bundeswehr dagegen, dividiert durch die Null de Maizière, wuchsen gegen unendlich. Fatal sind Nullen am falschen Platz. Hier kann eine Null wie Schäuble die Probleme verzehnfachen. Siehe Griechenland.

Fatal ist die Wirkung der Null auch beim Potenzieren. Selbst die größte Zahl mit Null potenziert, schrumpft zur 1. Das ist Merkels Einfluss auf den Export nach Russland.

Wirklich tückisch ist der Logarithmus. Die Null widersetzt sich dieser Operation und verschwindet im Minus unendlich. Hier erkennt man die Parallele zu Gauck.

Wenn es um Richtungsänderungen geht, kommen die Winkelfunktionen ins Spiel. Beispielsweise der Tangens. Der geht bei einer Richtungsänderung um 180° gegen Minus unendlich. Das ist offensichtlich Steinmeier bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2014 passiert, als er für mehr Bundeswehreinsätze plädierte und dabei seinen kongenialen Partner Gauck traf, der sich am Logarithmus ebenfalls in die geistige Unterwelt abgeseilt hatte. Glücklicherweise trafen die beiden Helden dort Flinten-Uschi, die mit ihnen ein rechtwinkliges Dreieck bildete. Eine Art pythagoräisches Kriegsgeschrei. Seitdem versuchen die drei Verwirrten, sich an der Hypotenuse dieses Truggebildes wieder in die reale Welt zurück zu hangeln.

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